Änderungen in der Lektionentafel der Volksschule: Anpassungen nötig

Medienmitteilung

Änderungen in der Lektionentafel der Volksschule: Anpassungen nötig

Ab dem Schuljahr 2025/2026 sollen Klassenlehrpersonen durch eine zusätzliche Entlastungslektion unterstĂ¼tzt und gestärkt werden. Dieser Entscheid des Bildungsrats ist nachvollziehbar. Nachjustieren ist aber nötig.

Die GrĂ¼nliberalen haben den Entscheid der Regierung zur allfälligen Anpassung der Lektionentafel in der Volksschule mit Spannung erwartet. Das nun vorliegende Ergebnis ist nur bedingt zufriedenstellend und dĂ¼rfte der hohen Dringlichkeit der Entscheidungsfindung geschuldet sein. Der Entscheid des Bildungsrats ist Ausdruck davon, dass man die angespannte Situation in den Schulen ernst nimmt. Dass die Umsetzung dieser Ă„nderung finanzielle Zusatzbelastungen fĂ¼r die Schulträger in einer wirtschaftlich angespannten Lage mit sich bringen wird, war absehbar. Die ursprĂ¼nglich vorgesehene Lösung ohne Anpassung der Lektionentafel war aufgrund der fehlenden Lehrkräfte kaum umsetzbar. Die Regierung bessert nun nach, was im Grundsatz begrĂ¼sst wird. Eine Einschätzung der Detailanpassungen gestaltet sich allerdings schwierig.

In der Oberstufe werden Lektionen im Bereich der individuellen Schwerpunkte und Wahlfächer gestrichen. Die Umsetzung der Entlastung der Klassenlehrpersonen wirkt sich hier am deutlichsten auf das individuelle Lernen aus und organisiert so den Ausgleich zu Lasten der Jugendlichen. 

 

Die Streichung von Lektionen in der 3. bis 6. Klasse ist ohne Anpassung der Lerninhalte unrealistisch, denn dies betrifft teilweise 1/3 der Jahreslektionen in einem Fach. Die GLP erwartet von der angekĂ¼ndigten Begleitgruppe mit Vertretungen aller Interessengruppen eine klare Periodisierung der Lerninhalte. 

 

Dass im Kindergarten keine Lektionen eingespart werden, trägt dazu bei, das ohnehin unterdotierte Pensum der Kindergartenlehrpersonen zu erhöhen, was richtig und wichtig ist. Allerdings ist schwer nachvollziehbar, dass gerade in der 2. Klasse keine Lektionen gestrichen werden. Vor EinfĂ¼hrung des Lehrplans 21 hatten die 1. und 2. Klasse genauso viele Wochenlektionen wie der grosse Kindergarten. Dies erleichterte die Stundenplanung bei den altersdurchmischten Doppelklassen und fĂ¼r Basisstufen-Modelle.
Mit dem neuen Lehrplan Volksschule wurde jedoch die Lektionenzahl in der 2. Klasse um eine Stunde erhöht, was die Stundenplanung vor besondere Herausforderungen stellt. Die RĂ¼cknahme dieser zusätzlichen Lektion wäre daher im Sinne der Schulen gewesen und erschien als naheliegendste Lösung. Die Folge der angedachten Lektionsanpassungen wird so beispielsweise sein, dass ein Drittklässler, der keinen Religionsunterricht besucht, kĂ¼nftig weniger Unterrichtsstunden haben wird als ein Kindergartenkind im zweiten Jahr, was äusserst fragwĂ¼rdig ist. 

 

Die GrĂ¼nliberalen wĂ¼rden es begrĂ¼ssen, wenn die Begleitgruppe und der Bildungsrat ihre Entscheidungen justieren wĂ¼rden. Die Schwierigkeiten in den Anpassungen zeigen aber auch klar auf, dass es an der Zeit ist, den Lehrplan 21 – zehn Jahre nach dessen EinfĂ¼hrung – ehrlich und umfassend zu evaluieren. Auch dazu fordern die GrĂ¼nliberalen Kanton St. Gallen die Verantwortlichen in unserem Kanton auf.

Weitere Ortsparteien sind auf den Websites der jeweiligen Wahlkreisparteien zu finden.