Biodiversitätsstrategie des Kantons bleibt zahnlos

Medienmitteilung

Biodiversitätsstrategie des Kantons bleibt zahnlos

Mit der Biodiversitätsstrategie 2026–2033 will der Kanton St.Gallen die Artenvielfalt erhalten und fördern. Die Absicht ist richtig – doch in der vorliegenden Form bleibt die Strategie zu wenig ambitioniert. Nach Abschluss der Vernehmlassung kommen die Grünliberalen zum Schluss: So droht das Papier seine Wirkung zu verfehlen.

«Die Biodiversität ist eine entscheidende Lebensgrundlage des Menschen.» Das hält die St.Galler Regierung in der Zusammenfassung ihrer aktualisierten Biodiversitätsstrategie selbst fest. Und weiter schreibt sie: «Der Kanton stärkt die Biodiversität und pflegt seine reichhaltige Landschaft, die ein wichtiger Teil seiner Identität ist.» Um dieses Ziel zu erreichen, sind 18 Massnahmen in vier Handlungsfeldern vorgesehen.

 

Die vorgeschlagenen Stossrichtungen sind grundsätzlich sinnvoll: Waldreservate ausbauen, regionales Saat- und Pflanzengut für Wiesen und Hecken fördern, Wälder besser mit der umliegenden Landschaft vernetzen, Gewässerpflegekonzepte unterstützen, Uferbestockungen stärken oder Grünräume entlang von Strassen ökologisch unterhalten. Innovativ ist das Konzept «Wilde Weiden». Positiv ist zudem die Ankündigung, dem Kantonsrat ein Natur- und Landschaftsschutzgesetz vorzulegen. Sollte dieses tatsächlich griffig formuliert sein, so kann davon ausgegangen werden, dass ihm spätestens im Kantonsrat die Zähne gezogen werden.

 

Insgesamt bleibt die Strategie jedoch deutlich hinter dem zurück, was angesichts des fortschreitenden Biodiversitätsverlusts nötig wäre. Es fehlen klare Schwerpunkte in jenen Bereichen, in denen der Handlungsbedarf am grössten ist – insbesondere im Agrarland und im Gewässerraum. Ohne klar formulierte, messbare Ziele droht die Biodiversitätsstrategie zu einem unverbindlichen Papiertiger zu werden.

Weitere Ortsparteien sind auf den Websites der jeweiligen Wahlkreisparteien zu finden.