Strassengesetz: Mehr Bürokratie statt Sicherheit

Medienmitteilung

Strassengesetz: Mehr Bürokratie statt Sicherheit

Alle Kantonsstrassen sowie Gemeindestrassen 1. Klasse sollen grundsätzlich als verkehrsorientiert gelten. Damit wäre Tempo 30 im Siedlungsraum nur noch in sehr engen Ausnahmefällen möglich. Diese Verschärfung – insbesondere bei Gemeindestrassen – geht deutlich zu weit.

Strassen im Siedlungsraum erfüllen mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie sind Verkehrsachsen, Schulwege, Aufenthaltsräume und erschliessen Wirtschaftsstandorte. Die Regierung will zur Umsetzung der Motion «Kein Tempo 30 auf verkehrsorientierten Strassen» neu festlegen, dass alle Kantonsstrassen sowie Gemeindestrassen 1. Klasse grundsätzlich als verkehrsorientiert gelten. Dabei wird die Realität im Siedlungsraum ignoriert.

 

Die geplante Definition widerspiegelt die Realität nicht

Gerade im Siedlungsgebiet haben Strassen unterschiedliche Aufgaben. Situative Lösungen, etwa im Bereich von Schulen, Altersinstitutionen oder stark frequentierten Fusswegen, können sinnvoll und verhältnismässig sein. Mit der Vorlage würden solche Lösungen erheblich erschwert – und die Verfahren deutlich komplizierter.

 

Die Bahnhofstrasse von Walenstadt oder die Marktgasse in Altstätten (Bild oben) sind Gemeindestrassen 1. Klasse. Für sie würde nach Umsetzung der vorliegenden Motion Tempo 50 gelten.

Pragmatische Verkehrspolitik statt ideologische Temporegeln

Die von rechtsbürgerlichen Parteien geforderte Verschärfung, wonach auf Kantonsstrassen und Gemeindestrassen 1. Klasse grundsätzlich die bundesrechtliche Höchstgeschwindigkeit gelten soll und Abweichungen nur noch in absoluten Ausnahmefällen zulässig wären, verhindert situationsgerechte Lösungen vor Ort. Ruedi Mattle sagt dazu: «Diese Vorlage löst keine Probleme. Sie verhindert pragmatische Lösungen und schafft vor allem mehr Bürokratie – zulasten der Sicherheit im Siedlungsraum.»

 

Für Flanierstrassen wir hier die Bahnhofstrasse von Flawil würde die Luft dünn.

Weitere Ortsparteien sind auf den Websites der jeweiligen Wahlkreisparteien zu finden.